Eigenheimbudget

Wer sich ein Eigenheim leistet, muss wissen, welche Kosten auf ihn zukommen.

Wir verraten Ihnen, wie Sie richtig budgetieren, bevor Sie ein Eigenheim kaufen. Denn nur mit einer realistischen Einschätzung Ihrer finanziellen Möglichkeiten und Grenzen werden Sie glücklich mit dem Traumhaus oder der Traumwohnung.

Teurere Immobilien – grössere finanzielle Belastung

Die Immobilienpreise in der Schweiz sind seit 2002 um rund 36 % gestiegen – deutlich mehr als die Löhne der Schweizerinnen und Schweizer. Die Auflagen der Banken für die Vergabe einer Hypothek sind trotz tiefer Zinsen gleich streng, wenn nicht sogar strenger geworden.

So verlangen Banken von künftigen Immobilienbesitzern, mindestens 20 % des Kaufpreises aus der eigenen Tasche zu berappen, bevor sie ihnen die restlichen 80 % in Form von Hypotheken gewähren. Dabei beurteilen die Banken das Einkommen konservativ und berücksichtigen keine unregelmässigen Bestandteile wie Boni oder Prämien.

Eigenmittel aus Darlehen, Ersparnissen und Vorsorgegeldern

Als Eigenkapital oder Eigenmittel bezeichnet man das Geld, das man selbst für die Eigenheimfinanzierung aufbringen kann. Je mehr Eigenmittel Sie aufbringen können, desto tiefer die Hypothek, die Sie aufnehmen müssen. Mit einer kleineren Hypothek fällt die monatliche Hypothekarzinsbelastung kleiner aus.

Die erforderlichen 20 % Eigenkapital sind gerade für Familien und jüngere Leute eine immense Hürde auf dem Weg zum Eigenheim. 10 % des Eigenkapitals sollten dabei effektive Eigenmittel aus Ersparnissen, Wertschriften, Darlehen, Lebensversicherungen oder Erbvorbezug sein. Eventuell verfügen Sie über Bauland oder vererbtes Land, das noch mit keiner Hypothek belastet ist, und können es sich als Eigenkapital anrechnen lassen. Auch Eigenleistungen, also selbst ausgeführte Handwerkerleistungen am Bau, werden – bis zu einer Limite von 5 % der Baukosten – als Eigenkapital angerechnet.

Weitere 10 % Ihrer Eigenmittel können Sie aus Geldern der Pensionskasse oder der gebundenen privaten Vorsorge (Säule 3a.) verpfänden oder vorbeziehen.

Unser Factsheet vermittelt die wichtigsten Auswirkungen der Nutzung von Vorsorgegeldern für das Eigenheimbudget.

Laufende Kosten für Zinsen, Amortisation und Unterhalt

Neben den erforderlichen Eigenmitteln fallen – sobald Sie eine Hypothek erhalten – laufende Kosten für die Hypothekarzinsen, die Amortisation der Hypothek und den Unterhalt des Eigenheims an. Diese laufenden Kosten sollten höchstens 1/3 Ihres Bruttoeinkommens pro Jahr ausmachen.

  • Hypothekarzinsen: Budgetieren Sie hier lieber mehr und nehmen Sie für die Berechnung einen Durchschnittszins von 5 % an, um auch in Hochzinsphasen keine Sorgen zu haben.
  • Amortisation: Das Fremdkapital der Bank wird normalerweise in eine erste und zweite Hypothek aufgeteilt. Mit der ersten Hypothek werden 66 %, mit der zweiten Hypothek 14 % des Fremdkapitalbedarfs finanziert. Die zweite Hypothek muss im Rahmen von 15 Jahren oder spätestens bis zur Pensionierung zurückbezahlt werden. Budgetieren Sie rund 1 % des insgesamt aufgenommenen Bankkredits pro Jahr für die Amortisation.
  • Unterhalt und Nebenkosten: 0,7 % bis 1 % des Kaufpreises sollten Sie für Nebenkosten und den Unterhalt der Immobilie reservieren. Dazu zählen Versicherungen, Abgaben für Wasser, Abwasser und Kehricht, je nach Kanton Liegenschaftssteuern, aber auch Betriebskosten für Energie und Warmwasser, Serviceabonnemente, laufender Gebäudeunterhalt und kleinere Reparaturen sowie Pflege von Umgebung und Garten.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Grundsätze der finanziellen Tragbarkeit eines Eigenheims.

Tragbarkeitsrechnung – Fallbeispiel

Unsere Tragbarkeitsrechnung veranschaulicht beispielhaft die laufenden Wohneigentumskosten eines Ehepaares mit einem Einkommen von 175‘000 Franken.

Kaufpreis der ImmobilieCHF 800‘000
Eigenmittel (20 % des Kaufpreises)CHF 160‘000
Hypothek (80 % des Kaufpreises)CHF 640‘000
Laufende Kosten
Hypothekarzinsen (5 %)CHF 32‘000
Amortisation (1 % des Hypothekenvolumen)CHF 6‘400
Unterhalt und Nebenkosten (1 % des Kaufpreises)CHF 8‘000
Summe der WohneigentumskostenCHF 46‘400
Verhältnis Wohneigentumskosten zum Einkommen26 %

Fazit: Das Wohneigentum ist für diese Familie finanziell tragbar, da es weniger als 1/3 ihres Einkommens ausmacht.

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