Hypothekarmodelle

Wie sich die verschiedenen Modelle unterscheiden

Die verschiedenen Hypothekarmodelle unterscheiden sich in der Höhe und Fixierung des Zinssatzes und in der Laufzeit. Daraus ergeben sich Vor- und Nachteile, die es abzuwägen gilt.

Sicherheit vs. Flexibilität

Als erstes sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie ein gewisses Risiko durch Zinsschwankungen finanziell verkraften und damit auch von Zinssenkungen profitieren möchten oder ob Ihnen gleichbleibende Zinsen und damit eine höhere Budgetplanbarkeit wichtiger sind.

Festhypothek – fester Zinssatz und Laufzeit

Mit einer Festhypothek können Sie sich das günstige Zinsniveau mittel- bis langfristig sichern, denn bei einer solchen Hypothek bleibt der Zinssatz je nach Laufzeit zwischen zwei und zehn Jahren oder länger gleich. Er ist damit fix für die Laufzeit der Hypothek, womit Sie vor steigenden Zinsen geschützt sind. Umgekehrt können Sie nicht vom sinkenden Zinsniveau profitieren. Dafür geniessen Sie eine gewisse Budgetsicherheit.

Festhypothek ablösen

Sollten Sie sich vorzeitig, sprich vor Ende der Laufzeit, von Ihrer Festhypothek lösen wollen, können Sie das nur gegen Aufpreis mit einer sogenannten Vorfälligkeitsentschädigung. Durch die Kombination von Hypotheken mit unterschiedlichen Laufzeiten können Sie verhindern, Ihren gesamten Hypothekenbetrag in einer Hochzinsphase verlängern zu müssen.

Termin- oder Forwardhypothek

Wenn Sie sich den attraktiven Zinssatz für eine Festhypothek heute schon sichern möchten, haben Sie die Möglichkeit, eine Termin- oder Forwardhypothek abzuschliessen. Für einen solchen frühzeitigen Abschluss verlangen die meisten Banken einen Zuschlag. Dieser beträgt in der Regel und je nach Bank zwischen 0,2 und 0,5 %. Damit lohnt sich die Termin- oder Forwardhypothek vor allem dann, wenn mit steigenden Zinsen zu rechnen ist und die Zinsen um mehr als den Zuschlag steigen.

Festhypothek im Überblick

Merkmale

  • Gleich bleibender Zinssatz
  • Fixe Laufzeit

Vorteile

  • Schutz vor steigenden Zinsen
  • Erlaubt eine sichere Budgetplanung

Nachteile

  • Fixe Laufzeit
  • Kosten bei frühzeitiger Auflösung

Wann geeignet?

Geeignet bei tiefem Zinsstand mit steigender Zinserwartung

Variable Hypothek – variabler Zinssatz und Laufzeit

Mit der variablen Hypothek bleiben Sie flexibel, denn sie hat keine fixe Laufzeit und ihr Zinssatz passt sich den Verhältnissen am Kapitalmarkt an. Sie ist damit vor allem als Übergangslösung geeignet, denn die Kündigungsfrist ist kurz und beträgt zwischen drei und sechs Monaten. Damit können Sie schnell in ein anderes Hypothekarmodell wechseln, sollten sich steigende Zinsen abzeichnen. Die variable Hypothek ist auch für Immobilienbesitzer attraktiv, die eine kurzfristige Finanzierung suchen, weil sie Ihre Liegenschaft demnächst verkaufen.

Die variable Hypothek ist allerdings relativ intransparent. Die Banken passen den Zinssatz nämlich nach eigenem Ermessen an. Ausserdem ist die variable Hypothek in Zeiten historisch tiefer Zinsen meist schlichtweg zu teuer.

Variable Hypothek im Überblick

Merkmale

  • Variabler Zinssatz
  • Keine fixe Laufzeit

Vorteile

  • Grosse Flexibilität
  • Vorteilhaft bei sinkenden Zinsen

Nachteile

  • Steigende Zinsen führen zu höherer Zinsbelastung
  • Fehlende Kalkulierbarkeit und Transparenz: Bank ist frei in der Anpassung des Zinssatzes

Wann geeignet?

  • Geeignet bei sinkender Zinserwartung
  • Gut als Übergangs- oder kurzfristige Finanzierungslösung geeignet

Libor Hypothek – variabler Zinssatz, fixe Laufzeit

Libor steht für London Interbank Offered Rate und ist der schwankende Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig Geld ausleihen. Die Libor Hypothek basiert auf den Libor Zinssatz und hat eine feste, doch relativ kurze Laufzeit (sechs Monate bis fünf Jahre). In Zeiten sinkender, stabiler oder leicht steigender Zinsen ist die Libor Hypothek die beste Wahl. Seit Mitte der 90er Jahre ist die Libor Hypothek sogar die günstigste Finanzierungsform.

Die Zinsanpassungen nach unten oder oben werden relativ rasch und transparent – je nach Vereinbarung monatlich oder alle drei, sechs oder 12 Monate – den Kreditnehmern weitergegeben, womit man schnell von sinkenden Zinsen profitieren, aber auch von steigenden Zinsen getroffen werden kann.

Die Libor Hypothek eignet sich für Kreditnehmer, die keine Angst vor Zinsanstiegen haben. Wer sich dem Risiko steigender Zinsen nicht aussetzen möchte, hat die Möglichkeit, gegen Aufpreis eine Zinsobergrenze – den sogenannten Cap – mit der Bank zu vereinbaren. Bei stark steigenden Zinsen lohnt sich die Libor Hypothek nicht.

 

Libor Hypothek im Überblick

Merkmale

  • Variabler Zinssatz
  • Anpassung des Zinssatzes monatlich oder alle 3, 6 oder 12 Monate je nach Vereinbarung
  • Fixe Laufzeit

Vorteile

  • Oft die günstigste Finanzierungsform
  • Transparente Festlegung des Zinses nach dem Libor Referenzzinssatz
  • Schneller von sinkenden Zinsen profitieren
  • Absicherung vor steigenden Zinsen mittels Beschränkung nach oben (Cap) möglich

Nachteile

  • Fixe Laufzeit
  • Steigende Zinsen führen zu höherer Zinsbelastung

Wann geeignet?

Geeignet bei tiefem Zinsstand oder sinkender Zinserwartung

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